Neueste Signale vom Prognosemarkt: BlackRock-CIO gilt als Favorit für den Vorsitz der US-Notenbank

Aktualisiert: 27.01.2026 03:34

Die Wahrscheinlichkeit, dass Rick Rieder auf der Prognoseplattform Polymarket nominiert wird, ist in den vergangenen zehn Tagen von lediglich 3 % auf 58 % gestiegen und macht ihn damit zum Favoriten. Zum Vergleich: Der ehemalige Fed-Gouverneur Kevin Warsh, bislang der aussichtsreichste Kandidat, kommt aktuell nur noch auf Quoten zwischen 25 % und 45 %. Rieder, Global Head of Fixed Income bei BlackRock, hat nie im Federal-Reserve-System gearbeitet – ein Status als „Außenseiter", den das Trump-Team als entscheidenden Vorteil für Reformen bei der Fed betrachtet.

Wachablösung an der Spitze

Der Countdown für die Übergabe des Fed-Vorsitzes läuft. Die Amtszeit des aktuellen Vorsitzenden Jerome Powell endet im Mai 2026, und die Frage nach seiner Nachfolge zählt zu den meistbeachteten makroökonomischen Ereignissen an den globalen Finanzmärkten.

Präsident Trump hat seine Interviewrunde abgeschlossen und angedeutet, dass die finale Auswahl von ursprünglich elf Kandidaten auf einen Favoriten zusammengeschrumpft ist. Dieser Auswahlprozess wird nicht nur die Ausrichtung der US-Geldpolitik für Jahre prägen, sondern auch direkte Auswirkungen auf globale Kapitalströme und die Preise von Risikoanlagen haben.

Signale von Prognosemärkten

Die Prognosemärkte senden deutliche Signale. Auf mehreren Plattformen sind die Chancen von Rick Rieder, Chief Investment Officer für Global Fixed Income bei BlackRock, sprunghaft gestiegen.

Nach den aktuellen Daten von Polymarket liegt die Wahrscheinlichkeit für Rieders Nominierung inzwischen bei 58 % – damit ist er der aussichtsreichste Kandidat. Auf einer weiteren Prognoseplattform, Kalshi, werden seine Chancen sogar mit 60 % beziffert. Noch vor zehn Tagen lag seine Quote bei lediglich 3 %. Im Gegensatz dazu ist die Wahrscheinlichkeit für den ehemaligen Fed-Gouverneur Kevin Warsh, der zuvor als Favorit galt, auf 25 % bis 45 % gefallen.

Das Kandidatenfeld

Trumps Auswahlliste wurde inzwischen auf wenige Namen reduziert. Zu den Hauptkandidaten zählen Rick Rieder von BlackRock, der ehemalige Fed-Gouverneur Kevin Warsh, der Direktor des Nationalen Wirtschaftsrats im Weißen Haus Kevin Hassett sowie der amtierende Fed-Gouverneur Christopher Waller.

Unter ihnen stechen Rieder und Warsh als klare Favoriten hervor. Zwar galt Hassett zu Beginn als ernstzunehmender Anwärter, doch Trump hat signalisiert, dass er Hassett lieber in seiner aktuellen Funktion behalten möchte – seine Chancen fielen daraufhin rapide auf 8 %. In Bezug auf ihre Profile stehen Rieder und Warsh für unterschiedliche geldpolitische Richtungen: Rieder, ein erfahrener Wall-Street-„Bond-König", gilt als besonders marktnah, während Warsh mit seiner Erfahrung innerhalb der Fed als traditionellere Wahl angesehen wird.

Rieders Vorteil

Rieders Aufstieg kommt nicht von ungefähr. Der 63-jährige BlackRock-Manager ist seit 2009 im Unternehmen und verwaltet heute rund 2,4 Billionen US-Dollar in Anleihenstrategien – damit zählt er zu den einflussreichsten Experten für festverzinsliche Wertpapiere an der Wall Street.

Im Gegensatz zu anderen Kandidaten hat Rieder nie im Fed-System gearbeitet – ein Umstand, den das Trump-Team als großen Pluspunkt wertet. Trumps Berater sind überzeugt, dass Rieder weniger an die Bürokratie der Fed gebunden wäre und institutionelle Reformen besser vorantreiben könnte. Auch geldpolitisch ist Rieder eng an Trumps Zielvorstellungen angelehnt: Er hält das aktuelle Zinsniveau von 3,5 % bis 3,75 % für „immer noch zu hoch" und plädiert dafür, den Leitzins auf etwa 3 % zu senken. Das entspricht Trumps Wunsch nach entschlossenen Zinssenkungen.

Mögliche Auswirkungen auf den Kryptomarkt

Ein Wechsel an der Spitze der Fed könnte weitreichende Folgen für den Kryptomarkt haben. Unterschiedliche Kandidaten stehen für unterschiedliche geldpolitische Wege – mit direkten Auswirkungen auf Marktliquidität und Risikobereitschaft.

Marktanalysen deuten darauf hin, dass bei einem Vorsitzenden Rieder, der als marktorientierter gilt, die Liquidität am Kryptomarkt um 10 % bis 18 % steigen und Bitcoin um 8 % bis 18 % zulegen könnte. Im Gegensatz dazu könnte bei Warsh, der als restriktiver („hawkish") eingeschätzt wird, die Liquidität um 8 % bis 15 % sinken und Bitcoin einen Rückgang von 6 % bis 14 % erleben.

Diese Unsicherheit beeinflusst bereits das Handelsverhalten: Aufgrund der unklaren geldpolitischen Ausrichtung der Fed ist das Bitcoin-Handelsvolumen im Wochenvergleich um 6 % gesunken, institutionelle Zuflüsse in Kryptowährungen gingen um 4 % zurück.

Aktuelle Entwicklungen am Kryptomarkt

Laut Marktdaten von Gate zeigt der Kryptomarkt zum 27. Januar 2026 deutliche Erholungstendenzen. Bitcoin (BTC) notiert aktuell bei 88.662 US-Dollar, ein Plus von 0,99 % innerhalb der letzten 24 Stunden, die Marktkapitalisierung beträgt 1,76 Billionen US-Dollar und macht damit 56,49 % des Gesamtmarktes aus. Ethereum (ETH) entwickelt sich noch dynamischer und wird derzeit bei 2.939,25 US-Dollar gehandelt, ein Anstieg von 2,17 % in 24 Stunden, mit einer Marktkapitalisierung von 35,154 Milliarden US-Dollar.

Einige Marktanalysten bleiben für die weitere Entwicklung des Kryptomarkts optimistisch. Tom Lee, Forschungsleiter bei Fundstrat, prognostiziert, dass der Ethereum-Kurs bis Anfang 2026 auf 7.000 bis 9.000 US-Dollar steigen und langfristig sogar 20.000 US-Dollar erreichen könnte. Die Analysten von Bernstein sind noch zuversichtlicher und sehen Bitcoin 2026 bei 150.000 US-Dollar, mit einem möglichen Höchststand von 200.000 US-Dollar im Jahr 2027.

Ein Wendepunkt im geldpolitischen Zyklus

Der Führungswechsel bei der Fed fällt in eine entscheidende Phase des Kryptomarktzyklus. Brancheninsider gehen davon aus, dass krypto-freundliche US-Politik die traditionelle Vierjahreszyklen von Bitcoin durchbrechen könnte. Historisch folgt der Bitcoin-Markt einem Vierjahresrhythmus, der an die sogenannten „Halvings" gekoppelt ist – diese sorgen häufig für neue Allzeithochs, gefolgt von deutlichen Korrekturen. Doch mit einer zunehmend unterstützenden US-Politik gegenüber Kryptowährungen könnte das Jahr 2026 eine Ausnahme von diesem Muster markieren.

Unabhängig davon, wer letztlich Fed-Vorsitzender wird – Trump hat klar gemacht, dass er niedrigere Zinsen sehen möchte. Sollte dieses Ziel erreicht werden, könnte der Kryptomarkt zu den ersten Profiteuren zählen.

Vertreter der Trump-Administration haben angedeutet, dass der finale Kandidat bereits in der kommenden Woche bekanntgegeben werden könnte. Wie auch immer die Entscheidung ausfällt – die globalen Finanzmärkte stehen unter Spannung. Auf die Frage nach seiner Kandidatur äußerte sich Rieder zurückhaltend und betonte, dass der Fed-Vorsitz „unabhängig" bleiben und sowohl dem Land als auch der Bevölkerung verpflichtet sein müsse. Währenddessen laufen die Ticker des Kryptomarkts unaufhörlich weiter – jede Transaktion spiegelt die Unsicherheit über die Zukunft wider. Während die Analysten an der Wall Street ihre Prognosemodelle berechnen und die Stühle im Sitzungssaal der Fed kaum warm geworden sind, hat der Bitcoin-Code bereits Hunderttausende Blockbestätigungen verarbeitet – zwei grundverschiedene Vertrauenssysteme, die beide auf einen neuen Entscheidungsträger in diesem entscheidenden Moment warten.

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