Am 20. April 2026 reichte Strategy (ehemals MicroStrategy) eine 8-K-Meldung bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC ein und gab den Kauf von 34.164 Bitcoins im Zeitraum vom 13. bis 19. April bekannt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf etwa 2,54 Milliarden US-Dollar, mit einem durchschnittlichen Preis von rund 74.395 US-Dollar pro Bitcoin. Dies stellt den größten Einzelkauf des Unternehmens innerhalb einer Woche seit November 2024 dar und ist nach Dollarbetrag die drittgrößte Einzeltransaktion in der Unternehmensgeschichte.
Zum 19. April 2026 hielt Strategy insgesamt 815.061 BTC, mit einer kumulierten Investition von etwa 61,56 Milliarden US-Dollar und einem durchschnittlichen Einstandspreis von rund 75.527 US-Dollar pro Bitcoin. Bei aktuellen Marktpreisen sind die Bestände etwa 61,2 Milliarden US-Dollar wert, sodass das Unternehmen nahezu an der Gewinnschwelle steht. Mit dieser Größenordnung liegt Strategy vor BlackRocks iShares Bitcoin Trust (IBIT), das ungefähr 798.000 BTC hält – damit ist Strategy erneut der weltweit größte institutionelle Bitcoin-Inhaber.
Die Finanzierungsquellen für diesen Erwerb sind transparent: Rund 2,18 Milliarden US-Dollar wurden durch die Emission von ewigen Vorzugsaktien (STRC) eingesammelt, etwa 366 Millionen US-Dollar stammen aus einem „At-the-Market"-Angebot von Stammaktien der Klasse A (MSTR). Circa 85 % der Mittel kamen von STRC, die restlichen 15 % aus Stammaktien.
Ein Finanzierungsplan über 81 Milliarden US-Dollar: Aufbau eines Kapitalumlaufsystems
Die fortlaufende Bitcoin-Akkumulation von Strategy basiert nicht auf Umsätzen aus dem Softwaregeschäft oder operativen Cashflows, sondern auf einem sorgfältig konstruierten Kapitaloperationsmodell. Von 2024 bis Anfang 2025 beschaffte das Unternehmen Mittel vor allem durch die Emission von niedrig verzinsten oder zinslosen Wandelanleihen. Im Jahr 2026, als die Prämie der MSTR-Aktie gegenüber dem Netto-Bitcoin-Vermögenswert sank, wurde die Finanzierung über Wandelanleihen weniger attraktiv und es erfolgte eine groß angelegte Umstellung auf ewige Vorzugsaktien.
STRC steht im Zentrum dieses Ansatzes. Es handelt sich um eine ewige Vorzugsaktie mit einem Nennwert von 100 US-Dollar, variabler Dividende und ohne Fälligkeitstermin. Die Dividendenrate passt sich dynamisch an den Marktpreis von STRC an, um den Kurs nahe am Nennwert von 100 US-Dollar zu halten. Liegt der Aktienkurs über dem Nennwert, verkauft das Unternehmen neue Aktien und nutzt die Erlöse direkt zum Kauf von Bitcoin. Derzeit bietet STRC eine variable Dividendenrendite von etwa 11,5 % pro Jahr und zieht damit beträchtliches institutionelles Kapital an, das auf stabile Erträge aus ist.
Die Größenordnung dieses Modells wird durch den Finanzierungsplan des Unternehmens bestimmt. Die „42/42"-Strategie von Strategy sieht vor, bis 2027 insgesamt 84 Milliarden US-Dollar für die fortlaufende Bitcoin-Akkumulation zu beschaffen. Das Unternehmen verfügt noch über eine Emissionskapazität von etwa 26,7 Milliarden US-Dollar für MSTR-Stammaktien und rund 19,46 Milliarden US-Dollar für STRC-Vorzugsaktien.
Schließung einer 100.000-Bitcoin-Lücke: Der Zeitplan des Akkumulationsrennens
Der Wettbewerb zwischen Strategy und BlackRocks IBIT um Bitcoin-Bestände ist ein langfristiger Prozess. Ende 2025 hielt Strategy etwa 672.500 BTC und lag damit rund 100.000 Coins hinter IBITs 773.990 BTC. Im Jahr 2026 beschleunigte sich das Tempo der Akkumulation deutlich.
Im ersten Quartal fügte Strategy etwa 89.599 bis 94.470 BTC hinzu – der zweitgrößte Quartalskauf in der Unternehmensgeschichte, was etwa 40 % der Gesamtakkumulation von 2025 entspricht. Mitte März war die Lücke auf rund 21.102 BTC geschrumpft. Am 2. April lag sie bei etwa 16.000 BTC. Zwischen dem 6. und 12. April gab Strategy etwa 1 Milliarde US-Dollar für den Erwerb von 13.927 BTC aus, wodurch die Gesamtmenge auf 780.897 BTC stieg und die Lücke zu IBIT auf rund 10.000 Coins schrumpfte. Nach dem Kauf von 34.164 BTC zwischen dem 13. und 19. April überholte Strategy schließlich IBIT.
Die Bitcoin-Rendite von Strategy für 2026 beträgt bislang 9,5 %, was bedeutet, dass der Bitcoin-Bestand je Aktie schneller wächst als die Verwässerung durch Aktienausgabe – dies unterstützt die beschleunigte Akkumulationsstrategie.
Aktive Akkumulation vs. passive Zuflüsse: Strukturelle Unterschiede in der Nachfragelogik
Strategy und BlackRocks IBIT stehen für zwei grundlegend unterschiedliche Mechanismen der Bitcoin-Nachfrage. IBIT, als Spot-Bitcoin-ETF, fungiert als „Saugpumpe", die Kapital von Privatanlegern und Institutionen in den ETF leitet, welcher die Zuflüsse in Bitcoin-Käufe umwandelt. Die Bestände schwanken mit der Marktstimmung – es wird gekauft, wenn Geld zufließt, und Verkaufsdruck entsteht, wenn Kapital abfließt.
Strategy hingegen verfolgt ein aktives Finanzierungsmodell, das unabhängig von der Marktstimmung kontinuierlich Kapital über Vorzugs- und Stammaktienangebote einsammelt, das ausschließlich für Bitcoin-Käufe reserviert ist. Dieses Modell zeichnet sich durch drei zentrale Merkmale aus: Erstens sind die Finanzierungsquellen unabhängig von Bullen- und Bärenmarktzyklen; zweitens bestimmt das Unternehmen das Kauftempo selbst, meist im Wochenrhythmus; und drittens gilt eine strikte „Nur kaufen, niemals verkaufen"-HODL-Politik, wobei Kursrückgänge als Kaufgelegenheiten betrachtet werden.
Hinsichtlich der Geschwindigkeit des Kapitaltransfers setzt das ETF-Modell stärker auf Marktstimmung als Katalysator, während das Corporate-Treasury-Modell eine stabilere, nachhaltige Kaufkraft bietet. Beide Modelle sind keine Substitute, sondern wirken ergänzend und verstärken gemeinsam die Nachfrage am Bitcoin-Markt.
Wöchentliche Nettokäufe von 2,5 Milliarden US-Dollar: Umgestaltung des zirkulierenden Bitcoin-Angebots
Diese jüngste Akkumulation ist kein Einzelfall, sondern Teil einer breiteren Welle der Bitcoin-Allokation durch börsennotierte Unternehmen. Laut SoSoValue-Daten haben globale börsennotierte Unternehmen (ohne Miner) bis zum 20. April 2026 innerhalb einer Woche netto 2,542 Milliarden US-Dollar in Bitcoin investiert – ein Anstieg um 154,2 % gegenüber der Vorwoche. Diese Unternehmen halten nun gemeinsam 1.081.576 BTC, was einem Zuwachs von 3,28 % gegenüber der Vorwoche entspricht, mit einem aktuellen Marktwert von etwa 81,65 Milliarden US-Dollar und einem Anteil von 5,4 % an der zirkulierenden Bitcoin-Marktkapitalisierung.
In der Verteilung entfällt auf Strategy allein rund 75 % aller Bestände börsennotierter Unternehmen. Der Rest – darunter Japans Metaplanet (etwa 40.177 BTC), Tesla, Strive und weitere – hält zusammen rund 260.000 BTC. Dieses Muster zeigt, dass die Bitcoin-Allokation unter börsennotierten Unternehmen weiterhin stark konzentriert ist, auch wenn die Beteiligung anderer Firmen langsam zunimmt.
Die Bestände von Strategy entsprechen etwa 3,88 % der festen Gesamtmenge von 21 Millionen Bitcoins, während globale börsennotierte Unternehmen insgesamt rund 5,4 % halten. Zwar reicht dies noch nicht aus, um den Marktpreis entscheidend zu beeinflussen, doch die anhaltende, rigide Kaufnachfrage verknappt das verfügbare Angebot strukturell.
Kann die Finanzierung durch hochverzinsliche Vorzugsaktien dauerhaft funktionieren? Welche Risiken könnten entstehen?
Das Finanzierungsmodell von Strategy hat seinen Preis. Die jährliche Dividende von 11,5 % auf STRC zehrt kontinuierlich am freien Cashflow des Unternehmens. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass das Dividendenauszahlungsniveau etwa zwei Jahre aufrechterhalten werden kann. Bleibt der Bitcoin-Preis über längere Zeit niedrig, muss das Unternehmen die Finanzierung weiter ausbauen, um die Dividenden zu bedienen – dies erhöht die finanzielle Gesamtverschuldung.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Notwendigkeit, den Nennwert von 100 US-Dollar bei STRC zu halten. Strategy emittiert nur neue Aktien, wenn STRC mindestens zum Nennwert gehandelt wird; eine Emission unterhalb des Nennwerts würde die Finanzierungskosten sofort erhöhen. Zwar bleibt das Handelsvolumen von STRC hoch – der Tagesumsatz erreichte letzte Woche bis zu 750 Millionen US-Dollar –, doch diese Liquidität hängt von der fortlaufenden Nachfrage nach hochverzinslichen Vorzugsaktien ab.
Historisch wirkten große Bitcoin-Kaufankündigungen von Strategy häufig als „Sell the News"-Trigger, wobei einige Trader nach der Veröffentlichung aussteigen und kurzfristige Gegenbewegungen entstehen. Das bedeutet, dass die Käufe des Unternehmens zwar langfristig die Nachfrage stützen, aber die Kursvolatilität rund um die Ankündigungsfenster sorgfältig bewertet werden muss.
Vom strategischen Überholen zur strukturellen Divergenz: Wandel der institutionellen Bitcoin-Bestände
Das Überholen von BlackRocks IBIT durch Strategy als weltweit größtem institutionellen Bitcoin-Inhaber markiert einen bedeutenden Wandel. Im größeren Kontext bleibt Satoshi Nakamoto mit etwa 1,096 Millionen BTC der größte Einzelhalter, während Strategy mit 815.000 BTC diesem Niveau näherkommt.
Die entscheidendere strukturelle Veränderung betrifft die Finanzierungsquellen. Das ETF-Modell, repräsentiert durch IBIT, bietet passive Exponierung, wobei die Nachfrage mit Kapitalzuflüssen schwankt. Das Corporate-Treasury-Modell, wie es Strategy betreibt, steht für aktive, politikgetriebene Akkumulation. Beide Modelle entwickeln sich parallel und nicht auf Kosten des jeweils anderen. Der Spot-Bitcoin-ETF-Markt verzeichnete in der Woche vom 13.–17. April Nettozuflüsse von 996 Millionen US-Dollar – der höchste Wert seit Mitte Januar 2026 und die dritte Woche in Folge mit Nettozuflüssen. IBIT führte mit 906 Millionen US-Dollar Nettozuflüssen in dieser Woche.
Marktteilnehmer beobachten zudem die zunehmende regulatorische Klarheit, die Beteiligung von Pensionsfonds und frühzeitiges Interesse von Staaten – alles Faktoren, die die institutionelle Bitcoin-Integration beschleunigen, die Konzentration der Bestände bei großen Haltern erhöhen und die Position von Bitcoin als globalem Reservewert stärken könnten.
Fazit
Im April 2026 erwarb Strategy 34.164 BTC für 2,54 Milliarden US-Dollar und erhöhte seinen Gesamtbestand auf 815.061 BTC – damit überholte das Unternehmen BlackRocks IBIT und ist wieder weltweit führend. Dieser Meilenstein wurde durch ein Kapitaloperationssystem erreicht, das auf ewigen Vorzugsaktien basiert – die annualisierte Rendite von 11,5 % bei STRC hat erhebliches institutionelles Kapital angezogen und ermöglicht wöchentliche Bitcoin-Käufe.
Strukturell ergänzt die rigide Kaufnachfrage des Corporate-Treasury-Modells das marktstimmungsgetriebene ETF-Modell; gemeinsam bilden sie das Rückgrat der institutionellen Bitcoin-Nachfrage. Börsennotierte Unternehmen halten inzwischen über 1,08 Millionen BTC – etwa 5,4 % des zirkulierenden Angebots. Allerdings bleiben hohe Dividendenausgaben, die Notwendigkeit zur Wahrung des Vorzugsaktien-Nennwerts und kurzfristige Gegenbewegungen rund um Ankündigungsfenster zentrale Risiken dieses Modells.
FAQ
F: Wie groß war der Umfang und die Finanzierungsquelle des jüngsten Bitcoin-Kaufs von Strategy?
Dieser Kauf fand zwischen dem 13. und 19. April 2026 statt. Es wurden 34.164 BTC zu Gesamtkosten von etwa 2,54 Milliarden US-Dollar und einem Durchschnittspreis von 74.395 US-Dollar pro Bitcoin erworben. Die Mittel kamen hauptsächlich aus der Emission von STRC ewigen Vorzugsaktien (rund 2,18 Milliarden US-Dollar) sowie aus „At-the-Market"-Verkäufen von Stammaktien der Klasse A (MSTR, etwa 366 Millionen US-Dollar).
F: Wie hoch ist der aktuelle Gesamtbestand und Durchschnittspreis von Strategy?
Zum 19. April 2026 hält Strategy 815.061 BTC, mit einer kumulierten Investition von etwa 61,56 Milliarden US-Dollar und einem durchschnittlichen Einstandspreis von rund 75.527 US-Dollar pro Bitcoin.
F: Wie vergleichen sich die Bitcoin-Bestände von Strategy und BlackRocks IBIT?
Strategy hat BlackRocks IBIT (etwa 802.823 BTC) überholt und ist nun der weltweit größte institutionelle Bitcoin-Inhaber. Zählt man Satoshi Nakamoto hinzu, liegt Strategy weltweit auf Platz zwei.
F: Wie funktioniert das STRC-Vorzugsaktien-Finanzierungsmodell?
STRC ist eine ewige Vorzugsaktie mit einem Nennwert von 100 US-Dollar und variabler Dividende, die derzeit etwa 11,5 % pro Jahr beträgt. Liegt der Aktienkurs über dem Nennwert, kann das Unternehmen neue Aktien emittieren und die Erlöse direkt zum Kauf von Bitcoin verwenden – so entsteht ein kontinuierlicher Zyklus von Kapital zu Bitcoin.
F: Wie viel Bitcoin halten börsennotierte Unternehmen weltweit insgesamt?
Zum 20. April 2026 halten börsennotierte Unternehmen (ohne Miner), die in den Statistiken erfasst sind, insgesamt etwa 1.081.576 BTC, mit einem geschätzten Marktwert von rund 81,65 Milliarden US-Dollar – das entspricht 5,4 % der zirkulierenden Bitcoin-Marktkapitalisierung.
F: Welche potenziellen Auswirkungen hat diese Struktur auf den Bitcoin-Markt?
Die rigide Kaufnachfrage von Unternehmens-Treasuries, kombiniert mit passiven ETF-Zuflüssen, erzeugt einen additiven Effekt, der das zirkulierende Angebot absorbiert. Allerdings bringen hohe Dividendenausgaben und die Notwendigkeit, den Nennwert der Vorzugsaktien zu wahren, Risiken mit sich – ob dieses Modell langfristig tragfähig ist, bleibt abzuwarten.




