Renditebringende Stablecoins verändern die Liquidität: Wachstum von USDY und sUSDS

Märkte
Aktualisiert: 25.05.2026 06:38

Der Stablecoin-Markt erlebt derzeit seine tiefgreifendste strukturelle Transformation seit seiner Entstehung.

Im ersten Quartal 2026 überstieg die gesamte Marktkapitalisierung von Stablecoins die Schwelle von 320 Milliarden US-Dollar und erreichte Mitte Mai mit rund 323 Milliarden US-Dollar ein historisches Hoch. Das vierteljährliche Handelsvolumen lag bei 8,3 Billionen US-Dollar. Doch das eigentliche Thema ist nicht das Gesamtwachstum – der Nettozuwachs an neuem Angebot betrug im ersten Quartal lediglich rund 8 Milliarden US-Dollar und markierte damit die schwächste Quartalssteigerung seit dem vierten Quartal 2023. Was die aktuelle Landschaft tatsächlich prägt, ist die interne Kapitalumschichtung in einem stagnierenden Gesamtmarkt: Renditebringende Stablecoins wuchsen in nur einem Quartal um 22 %, steigerten ihren Marktwert um etwa 4,3 Milliarden US-Dollar und machten mehr als die Hälfte des Nettozuwachses im Stablecoin-Sektor aus.

Es handelt sich hierbei nicht nur um eine Produktrotation. Vielmehr vollzieht sich eine tiefgreifende Liquiditätsmigration, die auf Kapitaleffizienz, Kontrolle über eigene Mittel und regulatorische Grenzen abzielt – On-Chain-Kapital verschiebt sich von „statischen Dollar-Beständen" hin zu „On-Chain-Dollar-Vermögenswerten, die fortlaufend Rendite generieren".

Doch mit dem beschleunigten Wachstum formiert sich in Washington rasch Widerstand aus dem traditionellen Finanzsystem. Das Zinszahlungsverbot des GENIUS Acts, Warnungen von Banken vor Einlagenabflüssen und das wiederkehrende Tauziehen um Renditegrenzen im CLARITY Act – all das signalisiert, dass renditebringende Stablecoins zwischen „regulatorischen Vorteilen" und „politischen Risiken" gefangen sind.

Handelt es sich um das beste Arbitragefenster vor regulatorischer Klarheit – oder um das nächste strukturelle Risiko, das im Kryptofinanzsystem schlummert?

Schlüsseldaten für Q1 2026

Hier die wichtigsten Fakten zu renditebringenden Stablecoins im ersten Quartal 2026:

  • Gesamtwachstum: Renditebringende Stablecoins wuchsen im ersten Quartal um 22 %, die Marktkapitalisierung stieg um etwa 4,3 Milliarden US-Dollar.
  • sUSDS als Spitzenreiter: sUSDS, Teil des Sky-Ökosystems, zog in nur einem Quartal über 2,5 Milliarden US-Dollar an neuem Kapital an – mehr als die vier nächstgrößten renditebringenden Stablecoins zusammen.
  • USDY im Aufschwung: USDY von Ondo Finance steigerte seine Marktkapitalisierung um über 150 % und zählt damit zu den am schnellsten wachsenden Vermögenswerten im ersten Quartal. Am 25. Mai 2026 lag laut Gate-Marktdaten die Marktkapitalisierung von USDY bei rund 2,14 Milliarden US-Dollar, mit einer Umlaufmenge von etwa 1,89 Milliarden Token.
  • Marktgröße: Mitte März 2026 belief sich das Volumen renditebringender Stablecoins auf rund 21,5 Milliarden US-Dollar und machte etwa 6,88 % des gesamten Stablecoin-Marktes aus.
  • Institutioneller Einstieg: Laut BIS wuchs das Volumen renditebringender Stablecoins von unter 1 Milliarde US-Dollar im Jahr 2023 auf über 19 Milliarden US-Dollar im September 2025. Ein Bericht von State Street aus April 2026 stellt fest, dass sich renditebringende Stablecoins von Transaktionswerkzeugen zu global zugänglichen „Cash + Rendite"-Instrumenten wandeln und damit direkt mit Bankeinlagen und Geldmarktfonds konkurrieren.
  • Handelsstruktur: Rund 76 % des Stablecoin-Handelsvolumens im ersten Quartal waren algorithmisch gesteuert und zielten auf Rendite und Arbitrage ab, nicht auf Privatanleger.
  • Regulatorische Entwicklungen: Der GENIUS Act wurde am 18. Juli 2025 auf Bundesebene verabschiedet und verbietet Emittenten explizit, Zinsen direkt an Halter auszuschütten. Die Umsetzungsregeln werden gemeinsam von Fed, FDIC, OCC, FinCEN und OFAC vorangetrieben, die meisten Fristen für die Ausarbeitung der Vorschriften enden am 18. Juli 2026.

Vom GENIUS Act zur Debatte um das Zinsverbot

Um die aktuelle Situation renditebringender Stablecoins zu verstehen, ist ein Blick auf die Gesetzesinitiativen und politischen Auseinandersetzungen von Ende 2025 bis heute unerlässlich.

Datum Ereignis Richtung der Auswirkung
18. Juli 2025 GENIUS Act wird Bundesgesetz Stablecoin-Emittenten dürfen keine Zinsen mehr direkt zahlen
17. Juli 2025 CLARITY Act passiert das Repräsentantenhaus mit 294:134 Stimmen Umfassende Gesetzgebung zur Marktstruktur digitaler Vermögenswerte geht in den Senat
Januar 2026 Senatsausschuss für Banken sagt Abstimmung zu GENIUS-Bestimmungen ab; American Bankers Association warnt vor Einlagenrisiken Großangelegte Bankenlobby startet
4. März 2026 ICBA schreibt an den Kongress und fordert umfassendes Zinszahlungsverbot Modellrechnung: 1,3 Billionen US-Dollar weniger Einlagen, 85 Milliarden US-Dollar weniger Kreditvergabe
März 2026 Senat erzielt vorläufigen Kompromiss zur Renditefrage Verbot von „passiven Guthaben" mit Zinsen, Erlaubnis von „aktiver Nutzung" mit Rendite
8. April 2026 Wirtschaftsberater des Weißen Hauses veröffentlichen Bericht Zinsverbot steigert Bankkredite nur um 2,1 Milliarden US-Dollar, Nettowohlfahrtsverlust etwa 800 Millionen US-Dollar
April-Mai 2026 Sechs Bankenverbände drängen auf Streichung des Kompromisses; FinCEN/OFAC veröffentlichen PPSI-Compliance-Entwurf zur Kommentierung Endverhandlungen zum Gesetzestext laufen

Das „Verbot" und die „Lücke" des GENIUS Acts

Der GENIUS Act schuf erstmals einen bundesweiten Regulierungsrahmen für US-Zahlungsstablecoins. Zentrale Anforderungen: Emittenten müssen 1:1-Deckung halten, die Zusammensetzung der Reserven alle 30 Tage offenlegen und Rücknahmen innerhalb von zwei Werktagen abwickeln.

Die umstrittenste Bestimmung: Emittenten ist es ausdrücklich untersagt, jegliche Form von Erträgen an Halter auszuschütten. Allerdings beschränkt sich der Geltungsbereich auf „Emittenten" – Drittplattformen und DeFi-Protokolle sind von diesem Verbot nicht erfasst. Diese strukturelle Lücke steht im Mittelpunkt der nachfolgenden Debatten.

Umfassender Widerstand der Banken

Anfang 2026 intensivierte sich das Bankenlobbying deutlich. Am 4. März richtete die Independent Community Bankers of America (ICBA) ein direktes Schreiben an beide Kammern des Kongresses und forderte ein Gesetz, das jegliche Form von „Zinsen, Renditen, Prämien oder ähnlichen Anreizen" umfassend verbietet. Laut makroökonomischem Modell der ICBA könnten erlaubte Renditezahlungen die Einlagen bei Regionalbanken um 1,3 Billionen US-Dollar und die Kreditvergabekapazität um etwa 85 Milliarden US-Dollar verringern.

„Umgekehrte Rechnung" des Weißen Hauses

Am 8. April 2026 veröffentlichte der Wirtschaftsrat des Weißen Hauses einen Bericht mit einer deutlich abweichenden Berechnung: Ein Verbot von Stablecoin-Renditen würde das US-weite Kreditvolumen der Banken nur um etwa 2,1 Milliarden US-Dollar erhöhen (nur 0,02 % aller Kredite), während Verbraucher einen Nettowohlfahrtsverlust von rund 800 Millionen US-Dollar erleiden würden. Der Bericht stellte damit die empirische Grundlage der „Billionen"-Warnungen der Bankenbranche infrage.

Im Mai 2026 sind die Gesetzgebungsstreitigkeiten um renditebringende Stablecoins weiterhin ungelöst. Der Fortschritt des CLARITY Acts im Senat, der Druck von sechs Bankenverbänden auf Streichung des Kompromisses und die finalen Compliance-Regeln von FinCEN und OFAC werden gemeinsam die Rahmenbedingungen dieses Sektors für die kommenden Jahre bestimmen.

Divergenz im Sektor

Gesamtperspektive: Woher kommt das Wachstum?

Zunächst ist ein wichtiger Hintergrund zu klären: Das Wachstum des Stablecoin-Marktes im ersten Quartal 2026 war im Kern eine „Kapitalrotation" und kein Zufluss neuer Mittel. Der Nettozuwachs betrug nur etwa 8 Milliarden US-Dollar, während das Angebot von USDT im ersten Quartal um rund 3 Milliarden US-Dollar schrumpfte – der erste Netto-Rückgang seit dem zweiten Quartal 2022. Das bestätigt den einseitigen Kapitalabfluss von nicht-renditebringenden Stablecoins hin zu renditeorientierten Produkten.

Divergenzperspektive: Wer wächst, wer schrumpft?

Nicht alle renditebringenden Stablecoins wachsen – der Sektor ist stark polarisiert.

Projekt Entwicklung Q1 2026 Merkmale
sUSDS Über 2,5 Milliarden US-Dollar neues Kapital in einem Quartal Treasury + Sky Vault Hybridrendite, ca. 3,6–4 % APY
USDY Marktkapitalisierung über 150 % gestiegen Unterlegt mit US-Staatsanleihen, wertsteigernder Token
USYC Rund 1,4 Milliarden US-Dollar Zufluss in 90 Tagen Circles Treasury-Produkt, institutionell getrieben
sUSDe In 90 Tagen um ca. 1,8 Milliarden US-Dollar gesunken (~49 % unter Höchststand) Synthetisch/delta-neutrales Modell, ca. 4 % Rendite

Rückgang bei sUSDe: Kein Scheitern, sondern ein Wandel der Maßstäbe

Die auffälligste Divergenz zeigt sich bei Ethenas sUSDe. Das Angebot sank in 90 Tagen um etwa 49 %, also rund 1,8 Milliarden US-Dollar. Ein Bericht von Tiger Research aus Mai 2026 stellt klar: Der Rückgang des TVL bei sUSDe bedeutet nicht, dass Kapital den Markt verlässt, sondern dass es innerhalb des Marktes umgeschichtet wird. Im gleichen Zeitraum zogen USYC und sUSDS zusammen etwa 1,4 Milliarden bzw. 1,2 Milliarden US-Dollar an, was den Abfluss bei sUSDe übersteigt.

Die annualisierten 30-Tage-Renditen liegen bei sUSDe bei rund 4 %, höher als bei sUSDS (~3,6 %) und USYC (~3 %). Wäre Kapital rein renditegetrieben, müsste es in sUSDe fließen, nicht abgezogen werden. Entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit von YBS-Produkten sind inzwischen (1) ob die Halter überwiegend institutionell sind und (2) ob die zugrunde liegenden Vermögenswerte verifizierbar und risikoarm sind.

Das signalisiert einen Wandel im Markt für renditebringende Stablecoins – von einem „Renditewettlauf" hin zu einem „Vertrauenswettlauf".

Risikostratifizierung nach drei Modelltypen

Treasury-gebunden – Rendite aus realen externen Vermögenswerten

Beispielprodukte: USDY, USYC

Die zugrunde liegenden Vermögenswerte sind kurzfristige US-Staatsanleihen, deren Zinsen On-Chain an die Halter ausgeschüttet werden. Bei USDY steigt beispielsweise der Rücknahmewert mit der Zeit. USYC, das Treasury-Produkt von Circle, hatte am 18. Mai 2026 auf der BNB Chain eine Marktkapitalisierung von 2,9 Milliarden US-Dollar und ist damit der größte tokenisierte T-Bill-Fonds.

Kernrisiken: (1) Zinsänderungsrisiko – die Fed hält den Leitzins aktuell bei 3,50–3,75 %. Bei stark fallenden Zinsen sinken die Renditen entsprechend; (2) Kontrahentenrisiko; (3) Risiko regulatorischer Neueinstufung.

Hybrid – Treasury + On-Chain-Kreditvergabe

Beispielprodukt: sUSDS

Die Renditequellen von sUSDS sind gemischt: Der Großteil stammt aus RWA-Renditen wie US-Staatsanleihen, hinzu kommen On-Chain-Krediteinnahmen aus dem Sky Vault. 2026 erhielt das Sky-Protokoll von S&P das erste DeFi-Kreditrating. Am 15. Mai 2026 lag die Marktkapitalisierung von sUSDS bei etwa 5,95 Milliarden US-Dollar und erreichte am 11. Mai ein Allzeithoch.

Kernrisiken: (1) Ausfall-/Forderungsausfallrisiko bei On-Chain-Krediten; (2) Unzureichende Risikotrennung zwischen RWA- und On-Chain-Komponenten; (3) Protokoll-Governance-Risiko.

Synthetisch/delta-neutral – Rendite aus Marktungleichgewichten

Beispielprodukt: sUSDe (Ethena)

Erzielt Erträge aus Funding-Rates durch ein delta-neutrales Portfolio aus Spot-Longs und Perpetual-Shorts. Im ersten Quartal 2026 sanken die Protokolleinnahmen auf rund 65,1 Millionen US-Dollar, ein Rückgang um 32 % gegenüber dem Vorquartal. Am 13. Mai 2026 lag die Rendite bei sUSDe bei etwa 4 %, deutlich unter dem Höchststand. Das TVL von Ethena fiel von rund 15 Milliarden US-Dollar im Oktober 2025 auf 4,43 Milliarden US-Dollar am 6. Mai 2026 – ein Rückgang von über 10 Milliarden US-Dollar in sieben Monaten.

Kernrisiken: (1) Funding-Rate-Risiko – die Rendite hängt vollständig von der Marktlage ab; (2) Kontrahentenrisiko; (3) Systemisches Risiko – delta-neutrale Annahmen können bei extremer Volatilität versagen; (4) Risiko regulatorischer Neueinstufung.

Drei konkurrierende Narrative

„Systemrisiko"-Narrativ der Banken

Banken betrachten renditebringende Stablecoins als direkte Bedrohung für ihre Einlagenbasis. Die ICBA bezeichnet sie explizit als „Einlagenersatz" und warnt wiederholt, dass erlaubte Renditezahlungen Einlagen abziehen und die Kreditvergabefähigkeit der Regionalbanken schwächen.

Die Motivation der Banken ist klar: Bei einem Leitzins von weiterhin 3,50–3,75 % können Stablecoin-Emittenten Zinsen aus US-Staatsanleihen an Halter weitergeben, während Banken – belastet durch regulatorische Kosten und Eigenkapitalanforderungen – kaum vergleichbare Einlagenzinsen bieten können. Das schafft echtes „regulatorisches Arbitragepotenzial" – aber die Frage ist: Liegt die Arbitrage an zu lockerer Regulierung oder an Ineffizienzen im traditionellen Bankensystem?

„Finanzielle Inklusion" aus Sicht der Kryptobranche

Die Kryptobranche präsentiert renditebringende Stablecoins als „On-Chain-Sparkonten" – Werkzeuge, mit denen auch Privatpersonen an US-Staatsanleihen partizipieren können. Doch dieses Narrativ hat einen blinden Fleck: Die Halterbasis ist keineswegs „inklusiv". Daten von Tiger Research zeigen, dass die durchschnittliche Position bei USYC etwa 800-mal so groß ist wie bei USDe – Institutionen und vermögende Nutzer profitieren also am meisten.

„Struktureller Wandel" aus Sicht der Forschung

Die Analyse von Tiger Research ist besonders treffend: DeFi entwickelt sich von einem „renditegenerierenden Markt" zu einem „Markt, der Renditen aus dem traditionellen Finanzsystem importiert und verteilt". Renditebringende Stablecoins sind keine originäre DeFi-Innovation – sie sind On-Chain-Kanäle für klassische Finanzrenditen. Je solider das Fundament, desto stabiler die Struktur.

Branchenanalyse: Gewinner und Verlierer

Die Divergenz im Stablecoin-Sektor beschleunigt sich. Zahlungs- und Abwicklungsfunktionen werden weiterhin von klassischen Stablecoins (USDT, USDC) übernommen, während Vermögensverwaltung und Kapitalanlage zunehmend zu renditebringenden Stablecoins abwandern. Das „Emittentenverbot" des GENIUS Acts beschleunigt diese Entwicklung sogar.

DeFi-Protokolle werden ihre Renditequellen neu strukturieren. Historisch stammten DeFi-Renditen überwiegend aus Protokollanreizen. Künftig werden sie stärker auf „importierte" Renditen aus dem traditionellen Finanzmarkt setzen – also Zinsen aus Staatsanleihen, Geldmarkterträgen, institutionellen Krediten. Das erfordert eine tiefere Integration traditioneller Finanzinfrastruktur und erhöht die Anforderungen an Compliance.

Der Wettbewerb zwischen Banken- und Kryptosystemen wird institutionell. Auf Ebene der Bundesstaaten schaffen mehrere Staaten bereits rechtliche Grundlagen für die Ausgabe von Deposit Tokens durch Banken. Langfristig werden sich die Produkte durchsetzen, die sowohl regulatorische Anforderungen als auch Kapitaleffizienz erfüllen – unabhängig davon, ob sie „krypto-nativ" oder „bankgestützt" sind.

Materielle Auswirkungen auf institutionelle Investoren

Das Umschichten von nicht verzinsten Stablecoins in renditebringende Alternativen erhöht die Basiseffizienz für On-Chain-Strategien signifikant. State Street und Galaxy brachten im Mai 2026 gemeinsam den SWEEP-Fonds auf den Markt, der es institutionellen Investoren ermöglicht, Stablecoins per „One-Click" in On-Chain-Renditestrategien umzuschichten. Für Institutionen in Schwellenländern bieten renditebringende Stablecoins einen doppelten Vorteil – USD-Exposure plus USD-Rendite – und umgehen dabei Kapitalverkehrskontrollen und Intermediationskosten traditioneller Banken.

Fazit: Zwischen regulatorischem Rückenwind und Restrisiko

Der Jahresbeginn 2026 markiert für renditebringende Stablecoins einen Wendepunkt in der Geschichte der Kryptofinanzierung. Ein Nettozuwachs von 4,3 Milliarden US-Dollar im Quartal, explosionsartiges Wachstum bei sUSDS und USDY sowie der „Vertrauensersatz" von Treasury-besicherten Modellen gegenüber synthetischen – all das ebnet den Weg vom Randbereich ins Mainstream.

Doch „regulatorische Windfall-Profite" sind stets ein zweischneidiges Schwert. Dieses Fenster existiert nur, weil der regulatorische Rahmen noch nicht finalisiert ist – Gesetzgeber balancieren weiterhin zwischen „Finanzstabilität" und „Innovationsförderung". Sobald der Rahmen endgültig steht, könnten alle aktuellen Arbitrageannahmen neu geschrieben werden.

Für Marktteilnehmer stellt sich nicht die Frage, ob renditebringende Stablecoins „gut oder schlecht" sind, sondern: „Hält die Renditequelle meines Stablecoins auch den strengsten regulatorischen Anforderungen stand?" Treasury-gestützte Robustheit, die Flexibilität synthetischer Modelle, der Kompromiss hybrider Ansätze – jede Wahl bringt eigene Risiko-Rendite-Annahmen mit sich.

Solange das regulatorische Pendel noch nicht zur Ruhe gekommen ist, besteht die sicherste Strategie womöglich nicht darin, der höchsten APY hinterherzujagen, sondern Vermögenswerte zu halten, deren Renditen auch unter härtesten Vorschriften konform bleiben. In der Welt digitaler Vermögenswerte wird Compliance selbst zum knappsten Renditefaktor.

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